Trinkgeld im Casino: Meine Empfehlung für den „Dealer Tip“

Der Klang von fallenden Münzen, das Gleiten von Karten, die auf grünem Filz verteilt werden, und die gebannt gespannten Gesichter der Spieler – das ist die Atmosphäre eines Casinos. Wer diese Atmosphäre in einem traditionellen Casino miterleben möchte, sollte sich nicht nur mit den Spielregeln auskennen, sondern auch mit der Etikette des Trinkgeldgebens. Dabei kann es weltweit erhebliche Unterschiede geben.

Die Bedeutung des Tips

Das Trinkgeld, welches im Englischen als „Tip“ bekannt ist, stellt in zahlreichen Dienstleistungsbranchen eine Form der Wertschätzung für hervorragenden Service und freundliche Bedienung dar.

In einigen Ländern bildet er sogar den wesentlichen Bestandteil des Gehalts. Und gerade deswegen handelt es sich um eine brillante Möglichkeit, Ihre Dankbarkeit zum Ausdruck zu bringen – gegenüber denjenigen, die dazu beitragen, dass Sie einen zauberhaften Aufenthalt genießen können.

Doch wer gehört denn eigentlich zum Team?

Im ersten Augenblick fallen einem die freundlichen Croupiers ein, doch das kann natürlich nicht alles sein.

  • Valets: Parkservice Mitarbeiter
  • Bartender: Barkeeper
  • Chip Runner: Chipträger – Diese Rolle ist spezifisch für Poker und beinhaltet den Transport von Chips zu und von den Pokertischen.
  • Poker Dealer: Croupier beim Pokerspiel
  • Cocktail Waiter/ Waitress: Cocktail-Kellner/ -innen oder Barbedienung
  • Slot Attendants: Spielautomatenaufseher – Sie überwachen die Spielautomaten und helfen den Spielern bei Bedarf.
  • Table Game Dealer: Croupier – Sie leiten die Tischspiele wie Roulette, Blackjack etc.
  • Pit Boss: Saalchefs – Sie regeln das Personal und verwalten alle Spieltische

Wenn man sich die Personalliste ansieht, merkt man, dass diese nicht vollständig ist, doch es geht ja hauptsächlich darum, mit wem Sie in Kontakt kommen könnten. Und wenn Sie sich jetzt fragen, ob Sie jedem einzelnen Trinkgeld geben müssen, dann kann ich Sie beruhigen. Das Trinkgeldgeben liegt stets in ihrem Ermessen. Doch damit nicht genug, denn nicht alles ist erlaubt.

🫰 Trinkgeld in Deutschland

Für Croupiers (Dealer) im Casino ist die Annahme von Trinkgeldern verboten. Dies dient der Ordnungsmäßigkeit des staatlich regulierten Spielbankbetriebs. Wenn sie dennoch Trinkgeld erhalten, müssen sie es unverzüglich an ihren Arbeitgeber weiterleiten. Diese Gelder fließen dann in einen Topf (Tronc), der zur Deckung der Personalkosten verwendet wird. Diese Auszahlungen sind steuerpflichtig, da sie als Teil des Lohns angesehen werden und nicht als steuerfreies Trinkgeld.

Saal-Assistenten dürfen hingegen Trinkgeld annehmen, das dann auch steuerfrei ist. Sie sind für Serviceleistungen wie das Servieren von Getränken und Speisen zuständig und deswegen nicht am direkten Spielgeschehen beteiligt, weshalb man Ihnen auch keine Bestechung nachsagen kann.

Wenn Sie dem Croupier trotzdem ein Trinkgeld zukommen lassen, dann bitte mit den Worten „Für die Angestellten!“. Üblich wären 1 – 3% des Gewinns. Diese Geste der Großzügigkeit wird sowohl von den Croupiers als auch von anderen Casino-Mitarbeitern geschätzt.

Dürfen die Angestellten das Trinkgeld behalten?

In den meisten Casinos ist es tatsächlich so, dass das Trinkgeld nicht direkt an die einzelnen Angestellten geht. Stattdessen wird es in einen gemeinsamen Topf gelegt, der am Ende des Tages oder der Woche unter allen Mitarbeitern aufgeteilt wird.

Dieses System soll sicherstellen, dass alle Mitarbeiter, unabhängig von ihrer Schicht oder ihrem Tisch, von den Trinkgeldern profitieren. Es ist eine Art der Kollegialität und Fairness, die in diesem Geschäft hochgehalten wird.

Casino Tip außerhalb Deutschlands

Wie sieht es aber außerhalb Deutschlands aus? Die Praktiken können sich erheblich unterscheiden.

USA

Es ist ganz normal in den USA extra Bargeld für Trinkgelder mitzubringen. Bei Dealern könnte man in Erwägung ziehen, für jeden 30 Dollar Gewinn, 5 Dollar Trinkgeld zu geben.

Es gibt aber auch verschiedene andere Möglichkeiten, um dem Croupier einen Bonus zukommen zulassen, beispielsweise indem man eine separate Wette für den Dealer auf den Tisch legt.

Macao

In Macau, dem größten Glücksspielmarkt der Welt, ist es typisch, dass eine Servicegebühr von 10% auf Rechnungen zum Beispiel an der Bar erhoben werden, somit sind Trinkgelder dann nicht mehr nötig.

Ihren Dealer im Casino können Sie ein Trinkgeld geben, aber es ist nicht üblich, mehr als 10 % zu geben.

Europa und Großbritannien

In Großbritannien und Westeuropa ist das Geben von Trinkgeld in Casinos nicht zwingend erforderlich, in jüngster Vergangenheit war es sogar noch illegal.

Andere Länder wie Frankreich oder den Niederlanden ist es sogar wieder angemessen, Trinkgeld zu geben. Es wird allgemein akzeptiert und sollte sich zwischen 1% bis 5% bewegen, um nicht als prahlerisch wahrgenommen zu werden.

Australien und Neuseeland

Sowohl in Australien als auch in Neuseeland ist das Geben von Trinkgeld nicht die Norm.

Tatsächlich kann das Geben von Trinkgeld in Australien sogar als potenzielle Bestechung interpretiert werden, da befürchtet wird, dass Dealer bestimmte Spieler bevorzugen könnten.

Ein etwas lockererer Umgang mit Trinkgeld herrscht in Neuseeland. Dort ist es nicht verpönt, wenn Sie sich dazu entscheiden, ein Trinkgeld zu geben, doch es wird auch nicht von Ihnen erwartet.

Karibik

In der Karibik ist es dagegen wieder üblich, allen Service-Mitarbeitern Trinkgeld zu geben. Wie viel Sie wählen, liegt ganz bei Ihnen. Da das Personal in der Regel noch weniger verdient, als Sie erwarten würden, werden die Dealer und Serviceangestellten Ihr Trinkgeld aufrichtig schätzen.

Monaco

Casino-Mitarbeiter werden hier vernünftig bezahlt und Trinkgelder bilden daher nicht die Basis für das Gehalt. Zwar wird vorwiegend bevorzugt, dass Sie Ihr Geld an den Casino-Tischen ausgeben, aber wenn Sie ein Trinkgeld geben möchten, dann etwa 3%.

Da es keine festen Regeln für das Trinkgeld im Casino gibt, bleibt es letztendlich Ihrer persönlichen Einschätzung überlassen, wie viel und wann Sie Trinkgeld geben. Was in einem Land als großzügig angesehen wird, könnte in einem anderen als unangemessen oder sogar beleidigend angesehen werden. Daher ist es immer eine gute Idee, sich im Voraus zu informieren, um einem Fauxpas zu entgehen.

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